DMAIC Zyklus | Definition und Erklärung | Six Sigma Deutschland

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DMAIC-Zyklus erklärt

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von Arthur Sliwa

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26.07.2021

Lean Six Sigma ist eine Methodik, mit der Prozesse verbessert werden können, bis keine Fehler mehr auftreten. Dabei basiert Lean Six Sigma auf einem Zyklus, der immer wieder angesetzt werden kann, um Verbesserungen zu überprüfen oder auszubauen. Der DMAIC-Zyklus ist damit die Grundlage und das Herzstück von Lean Six Sigma.

Der DMAIC-Zyklus – Was ist das?

Lean Six Sigma enthält eine Vielzahl an Methoden und Tools, welche zur Verbesserung der Prozesse maßgeblich beitragen. Dabei ordnet Lean Six Sigma die Methoden fünf verschiedenen Phasen zu. Der DMAIC-Zyklus beschreibt dabei die fünf strukturierten Phasen, mit denen die Projektteilnehmer die Lean Six Sigma Projekte umsetzen. Dabei handelt es sich bei den zugehörigen Methoden nicht nur um Methoden oder Tools, welche zur direkten Qualtitätssteigerung eingesetzt werden. Denn Lean Six Sigma enthält auch Methoden, welche die direkten Kundenwünsche erfassen und Begeisterungspotenzial in den Projekten identifizieren. Der DMAIC-Zyklus setzt sich dabei aus den fünf Phasen Define, Measure, Analyse, Improve und Control zusammen. Dabei durchläuft ein Six Sigma Projekt während seiner Laufzeit den gesamten Zyklus und kann nach dem Abschluss des Projektes einen weiteren Durchlauf erhalten. Hierbei werden zum Beispiel weitere Verbesserungen erzielt oder verlorene Standards wieder aufgenommen.

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Die Define-Phase: Das Projekt abstecken

Die Define-Phase des DMAIC-Zyklus definiert das Projekt und identifiziert das Problem. Weiter werden mit der Define-Phase von Lean Six Sigma erste Lösungsansätze der Projekte eröffnet und die Grenzen des Projekts abgesteckt. Diese Grenzen beinhalten die Wünsche des Kunden und weitere mögliche Anforderungen, welche das Projekt erfüllen muss. Jedoch muss das Problem erst komplett identifiziert sein, bevor es gelöst werden kann.
Dennoch findet in der Define-Phase noch keine tatsächliche Lösungsfindung oder eine differenzierte Betrachtung des Problems statt. Denn die Define-Phase gibt dem Projekt-Team ein zu erreichendes Ziel vor. Die Define-Phase bildet also den Orientierungsgrundsatz für das Team. Dazu erstellt das Projekt-Team mit den Methoden der Define-Phase ein einheitliches Bild von dem Projekt.
Dies erzeugt ein allgemeines Verständnis von dem Projekt im Team und erleichtert die Kommunikation. Weiter ermöglicht ein einheitliches Bild des Projektes eine verbesserte Kommunikation unter den Team-Mitgliedern.

Die Measure-Phase: Das Projekt messen

Die Measure-Phase des DMAIC-Zyklus befasst sich mit der Fragestellung, wie groß das zu bewältigende Problem tatsächlich ist. Dabei ist die Hauptaufgabe der Measure-Phase den Prozess genau zu analysieren und die Outputs des Prozesses zu untersuchen. Wichtig ist dabei, dass das Projektteam die Prozesse in messbare Werte übersetzt. Diese Werte kann das Team damit auf eine Verbesserung überprüfen.
Im Allgemeinen ist die Messbarkeit von den Größen ein entscheidender Faktor bei einem Six Sigma Projekt. Sind die Werte nicht messbar, so kann keine Verbesserung statistisch belegt werden.
Das Projektteam erstellt eine Datensammlung, welche grafisch dargestellt wird, um den Prozess zu analysieren. Dabei werten die Projektteilnehmer die Prozessleistung aus.  Sind die Datenerhebung sowie Darstellung abgeschlossen, kann das Projektteam die Werte in der Analyze-Phase untersuchen.

Die Analyze-Phase: Die Interpretation des Projektes

In der Analyze-Phase des DMAIC-Zyklus wird der Prozess genaustens analysiert. Dabei identifiziert das Projektteam den Grund, warum die Kundenanforderungen bisher nicht erfüllt werden konnten. Dazu müssen die Projektteilnehmer die Ursache des eigentlichen Problemes erkennen. Erst dann können sie eine effektive Lösungsstrategie entwickeln.
Um jedoch das Problem zu erkennen, muss das Team zunächst Ursache-Hypothesen aufstellen. Diese untersuchen die Projektteilnehmer mit den verschiedenen Methoden der Analyze-Phase. So beziehen sich diese Methoden auf die bisher erhobenen Daten. Damit können die Projektteilnehmer den Prozess auf die möglichen Fehlerquellen reduzieren.
Weiter untersucht das Team auf diese Weise die Prozesse auf mögliche Schnittstellen von Fehlerursachen und mögliche Verbesserungspotenziale. Wichtig ist dabei, dass der Einfluss des Problems auf den Prozess nachweisbar ist. Denn anderweitig ist eine Verbesserung nicht messbar.
Mit der Analyze-Phase kann das Lean Six Sigma Projektteam eine Grundlage für die nachfolgenden Schritte zur tatsächlichen Verbesserung des Prozesses schaffen. Dadurch kann das Team die sogenannten Kernursachen priorisieren, welche in der Improve-Phase dann behandelt werden.

Die Improve-Phase: Die aktive Verbesserung im Projekt

Die Improve-Phase des DMAIC-Zyklus fokussiert sich auf die tatsächliche Lösungsfindung der Kernursachen des zugrunde liegenden Problems. Die Umsetzung der ausgewählten Lösung erstellt das Team ebenfalls in dieser Phase. Dabei strebt das Team mit der erfolgreichen Umsetzung der Lösung das Projektziel an. 
In der Improve-Phase können zur Lösungsfindung verschiedene Tools und Methoden verwendet werden. Diese bestehen aus einer Kombination von erprobten Lean Management Methoden und Kreativitätstechniken. Weiter überprüft das Projekt-Team die Tauglichkeit der Lösungsansätze in den frühen Entstehungsphasen. Damit lösen die Projektmitglieder mögliche Fehler, bevor diese entstehen.
Das Team untersucht verschiedene Teillösungen, welche auch miteinander kombiniert werden können. Dabei dürfen die Lösungen und Teillösungen jedoch nicht zueinander in Konflikt stehen. Denn sonst löst sich der Nutzen der Kombinationen möglicherweise auf. Weiter überprüft das Team in der Improve-Phase bereits die Nachhaltigkeit der erstellten Lösung. Eine einmalige Lösung stellt nur kurzfristige Erfolge dar. Aus diesem Grund werden zusätzlichen Maßnahmen zur Überwachung des Prozesses sowie Maßnahmen zur Überprüfung der neuen Standards direkt mit in die Lösung eingebaut. Diese werden in der Control-Phase überprüft.

Die Control-Phase: Die Kontrollinstanz einführen

Die letzte Phase des DMAIC-Zyklus bildet den Endpunkt, sowie auch den Neuanfang eines Six Sigma Projektes. In der Control-Phase erarbeitet das Lean Six Sigma Projektteam die Nachhaltigkeit der Lösung. Als Grundlage dienen dazu die im Projekt gewonnenen Daten, welche in der Lösung als Kontrolle hinterlegt sind.
Ein weiterer Aspekt der Control-Phase stellt den Wissenszuwachs dar. Die gewonnen Erkenntnisse des Projektes werden der Organisation zuteil, wodurch das Projekt für andere Teams zugänglich gemacht wird. Dadurch können ähnliche Projekte von der erstellten Lösung lernen und profitieren. Die dazu erstellten Projekte müssen dafür eindeutig dokumentiert sein, um eine einwandfreie Verständlichkeit und Transparenz zu erzeugen.
Weiter trifft das Team in der Control-Phase die adäquate Methodenauswahl, um die Prozessleistung zu überwachen. Sollte sich jedoch der Prozess aus verschiedenen Gründen verschlechtern, so muss ein Reaktionsplan erstellt werden. Damit können Mitarbeiter das Problem gezielt angehen und den vorherigen Standard wiederherstellen.
Wichtig ist dabei aber auch, dass die Mitarbeiter einen Verhaltensänderung durchleben. Denn allein die Verbesserung eines Prozesses führt nicht zu einer langfristigen Verbesserung. Greifen die Mitarbeiter auf alte Muster zurück, werden sich alte und neue Probleme ergeben. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass die neuen Standards nicht nur eingeführt, sondern regelmäßig überprüft und Mitarbeiter geschult werden.

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