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Was ist Lean Six Sigma?

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von Sebastian Ptock

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29.06.2021

Lean Six Sigma – Was ist das genau?

Lean Six Sigma ist ein Zusammenschluss aus der Six Sigma Methode sowie dem Lean Management. Um zu verstehen, was diese Kombination der beiden Methoden nun so besonders macht, stellen wir Ihnen in den folgenden Kapiteln zunächst das Prinzip der Six Sigma Methode sowie den Lean Management Ansatz vor.

Lean Six Sigma Definition

Lean Six Sigma ist eine systematische Vorgehensweise, die Prozesse aus Sicht des Kunden optimiert. Gemeint sind Dienstleistungen, Produkte und Prozesse, die so angelegt sind, dass Sie den Anforderungen des Kunden gerecht werden. Durch Lean Six Sigma steigt die Zufriedenheit der Kunden und die Leistungsfähigkeit im Unternehmen. Six Sigma ist die erfolgreichste Vorgehensweise beim Thema „Problemlösung“. Die Six Sigma Methode wird zudem durch Methoden aus dem Bereich des Lean Management ergänzt. Durch diese Kombination können je nach Ausgangssituation diverse Prozessverbesserungen noch effizienter herbeigeführt werden.

Welche Ziele verfolgt die Six Sigma Methode?

Zu den wichtigsten Zielen der Six Sigma Optimierung gehören unter anderem:

  • Steigerung des Umsatzes
  • Reduzierung der Komplexität
  • Steigerung der Kundenzufriedenheit
  • Verbesserung der Fähigkeiten
  • Verkürzung der Arbeitszyklen
  • Minimierung der Defekte und Fehler

Durch Einsatz, Disziplin und das Einhalten der Ziele werden im Unternehmen garantiert Erfolge verzeichnet! Dabei wird die Six Sigma Methode hauptsächlich genutzt, um außer- und innerbetriebliche Verfahren auszubauen.

Six Sigma – Lohnt sich der Aufwand?

Durch Umfragen im Laufe der letzten Jahre konnte ermittelt werden, dass Firmen mit der Durchführung von Six Sigma Projekten in verschiedensten Bereichen Kosten von mehr als 100 Milliarden USD einsparen konnten. Dabei wurden Steigerungen der Prozessleistungen um bis zu 70% erzielt. Aus gutem Grund ist diese Vorgehensweise daher heute in vielen zahlreichen Großunternehmen etabliert. Oft setzen diese Lean Six Sigma sogar bei ihren eigenen Zulieferern voraus.

Six Sigma Projekte werden meist innerhalb von vier bis fünf Monaten ausgearbeitet. Der Projektaufwand wird dabei schnell durch den Gewinn von mindestens 50.000 EUR kompensiert.

Welche Auswirkungen hat die Six Sigma Methode auf ein Unternehmen?

Durch die Anwendung von Six Sigma in Unternehmen wird als positiver Nebeneffekt ein Überblick über die ablaufenden Prozesse gewonnen. Diese Einblicke können auch in der Zukunft weiter genutzt werden, um weitere Optimierungen zu planen oder durchzuführen.

Ein weiterer Grund, um Six Sigma zur Prozessoptimierung einzusetzen, ist, dass durch die Einführung standardisierter Messverfahren auch besonders leicht ein permanentes Controlling eingeführt werden kann.

Durch die vielen Analyse-, Planungs- und Umsetzungsverfahren kann zudem eine besonders kleine Fehlerquote gewährleistet werden. Da in jeder Phase mehrere Tools und Verfahren für die Prozessoptimierung eingesetzt werden, steht jeder Aspekt ständig unter genauer Überwachung. Dadurch werden die meisten Fehlerquellen von vornherein ausgeschlossen, wodurch weniger Verzögerungen und Verschwendungen zustande kommen. Auf diese Weise kann der Gewinn, welcher durch den Prozess erwirtschaftet wird, weiter steigern.

Six Sigma und Qualität – Wie hängt das zusammen?

Six Sigma orientiert sich an der Qualität, die für den Kunden von Wert ist, sowie dem Unternehmen eine höhere Gewinnspanne einbringt. Das Einbeziehen der Mitarbeiter führt dazu, dass eine gemeinsame Sprache im Unternehmen etabliert wird und somit jeder Beteiligte für die Qualität von Prozessen im Unternehmen verantwortlich ist. Die Fehlerquote im Prozess wird reduziert, wodurch ebenfalls die Qualität steigt. Es entsteht eine stärkere Zusammenarbeit im Unternehmen und erzeugt ein hohes Niveau am Qualitätsverständnis.

Welche Rolle spielt die Statistik bei Six Sigma Projekten?

Die Statistik hat bei Six Sigma eine große Priorität, denn durch die Unterstützung von statischen Methoden kann die Qualität in messbare Aussagen umgewandelt werden. Voraussetzung dafür ist die Messbarkeit der Prozesse.

Der DMAIC-Zyklus – Der Kern der Six Sigma Methode!

Nach der Auswahl eines geeigneten Six Sigma Projektes kommt die DMAIC-Methode zum Einsatz. Durch die systematische sowie formalisierte Vorgehensweise ist sie äußerst effektiv und zielführend, da die durchzuführenden Arbeitsschritte stets einer klar festgelegten Abfolge entsprechen. Der Begriff DMAIC ist folgendermaßen definiert:

D- Define, M – Measure, A – Analyze, I – Improve und C – Control

Der Six Sigma DMAIC Zyklus  

Define: In der Define Phase wird genau festgelegt welchen Zielzustand man für den zu optimierenden Prozess erwartet. Des Weiteren werden Vermutungen angestellt, wieso dieser Zustand noch nicht erreicht ist, und legt den Ressourceneinsatz (Mitarbeiter, Zeit, Geld, Materialien, etc.) fest. Hierfür werden vor allem Planungs- und Analysemethoden eingesetzt.

Measure: In der Measure Phase der Six Sigma Methode wird ermittelt, wie gut der Prozess im Ist-Zustand die Anforderungen des Kunden erfüllt.

Analyze: In der Analyse Phase werden aus den gewonnenen Daten die Ursachen für die Abweichung vom geplanten Idealzustand des Prozesses herausgearbeitet.

Improve: In der Improve Phase werden die in den vorangegangenen Schritten gewonnen Erkenntnisse verarbeitet, Maßnahmen und Lösungen entwickelt und umgesetzt. Um die gewünschten Effekte und Ziele zu erreichen, werden die Maßnahmen unmittelbar getestet.

Control: Nach der Implementierung der geplanten Schritte wird der Produktivbetrieb wieder aufgenommen. Dieser wird mit dazugehörigen Messverfahren überwacht, um sicherzustellen, dass die geplanten Ziele nachhaltig erreicht werden.

Die Geschichte – Wie ist die Six Sigma Methode entstanden?

Der Vorläufer des Verfahrens wurde in den 1970er Jahren im japanischen Schiffsbau entwickelt. Von dort wurde dieser in die Elektronik- und in die Konsumgüterindustrie übernommen und angewendet. Im Jahr 1987 wurde aus diesem Vorläufer bei Motorola in den USA die Six Sigma Methode entwickelt, so wie wir sie heute kennen.

Jack Welch und seine Erfolge bei General Motors

Jack Welch war einst Manager bei General Motors. Während seiner Tätigkeit führte er dort die Six Sigma Methode zur Prozessoptimierung ein und konnte damit große Erfolge erzielen. Mit der Implementierung von Six Sigma verfolgte er die Vision, dass bis zum Jahr 2000 im gesamten Unternehmen ein Qualitätsniveau von sechs Sigma erreicht werden sollte. Dies ist ihm jedoch nicht in allen Bereichen gelungen. Aus wirtschaftlicher Sicht kann nicht immer das höchste Niveau erreicht werden, da die Kosten für die Erreichung womöglich höher sind als der Gewinn. Dennoch wurde im Jahr 2000 eine Einsparung von 3 Milliarden USD bei General Motors erzielt.

Sigma Level, PPM, Yield – Was bedeuten diese Begrifflichkeiten bei Six Sigma?

In der Mathematik präsentiert der griechische Buchstabe Sigma die Verteilung oder Streuung um einen Mittelwert, auch Standardabweichung genannt.
Der Name der Six Sigma Methode zur Prozessoptimierung resultiert aus der Forderung, dass mindestens 6 „Standardabweichungen“ im Vergleich zum Mittelwert als mindeste Toleranzgrenze angestrebt werden sollen. Der Sigma-Wert ist somit eine Maßeinheit, um die Leistung eines Prozesses im Unternehmen wiederzugeben.
Die Prozessfähigkeit wird gemessen, in dem eine Anzahl von Vorgängen fehlerfrei durchgeführt wird. Der Sigma-Wert steht für die Wahrscheinlichkeit an Fehlern, die bei einem Prozess auftreten können. Dabei gilt: Je größer der Sigma Wert ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit an Fehlern, die in einem Prozess auftreten können.

Sigma-
Level
PPM
(Parts per Million)
Yield
(Prozentsatz eines fehlerfreien Prozesses)
3 66.807 93.3
4 6210 99.38
5 233 99.997
6 3,4 99.99966

Das Resümee dieser fehlerfreien Teile wird als Yield (Ertrag) bezeichnet. Bei einem Prozess in dem 3.4 Fehler pro eine Million Fehlermöglichkeiten entsteht, wird ein Niveau von sechs Sigma erzielt. Jedoch kann nicht das Ziel jedes Prozesses die Verinnerlichung der Six Sigma Methode sein. Dies wäre für eine Unternehmung nicht immer wirtschaftlich von Vorteil. In einigen Beispielen kann der Zielwert unter oder auch über sechs Sigma liegen. Insbesondere Bereiche, in denen die Sicherheit von Menschen auf dem Spiel steht, z. B. das Gesundheitswesen und die Luftfahrt, streben höhere Zielwerte an.

Lean Management – Was ist das?

Der Bereich des Lean Management ist ursprünglich aus dem Ansatz der Lean Production entstanden. Hierbei wurden vorerst drei hauptsächliche Ziele verfolgt:

  • Eliminierung von Verschwendung
  • Steigerung der Effizienz
  • Beseitigung von Zwischenlägern aus dem Produktionsprozess

Nachdem der große Nutzen des Lean-Ansatzes bekannt war, wurde das Konzept zusätzlich auf andere Wirtschaftszweige ausgeweitet. Dies führte zu der Entstehung des Lean Managements. Dieser Ansatz umfasst zusätzlich den Menschen, Führungsaspekte sowie das Denken und Handeln. Die ursprünglichen drei Ziele werden hierbei nicht mehr vollständig angewendet. Statt den Methoden steht vielmehr die Denkweise im Vordergrund, welche auch als das Lean Thinking bezeichnet wird. Der Fokus liegt hierbei nicht rein auf der Eliminierung von Verschwendung, sondern vielmehr auf der Reduzierung, wodurch die Erzielung von partiellen Kostensenkungen ebenfalls verfolgt wird.
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Six Sigma und Lean – Die Kombination

Anfang der 1990er Jahre wurden im Rahmen der Lean-Welle nach und nach die Lean-Werkzeuge ein fester Bestandteil des DMAIC-Werkzeugkastens, da bei der Prozessoptimierung auch immer der Kosten-Nutzen-Faktor eine Rolle spielt. Da die Anwendung der Six Sigma Methode immer eine gewisse Komplexität beinhaltet und für bestimmte Fragestellungen keine klassischen Six Sigma Standardwerkzeuge vorhanden waren, wurden die Werkzeuge aus der Lean-Welt immer öfter bei der Lösung von Problemen angewendet, bis diese ein fester Bestandteil im Six Sigma Toolset wurden.

Six Sigma oder Lean – Welche Methode ist besser?

Die Eliminierung von Verschwendung sowie die Reduzierung der Durchlaufzeit können äußerst effektiv durch die Anwendung von Lean Analysen sowie Lean-Verbesserungs-Tools reduziert bzw. optimiert werden. Speziell die Eliminierung von Verschwendung ist bis heute auch ein wesentlicher Bestandteil von Six Sigma Verbesserungsprojekten. Die Lean-Methoden haben hierbei schon immer einen äußerst großen Nutzen gezeigt. Mit der Six Sigma Methode hingegen können Prozesse bis ins kleinste Detail analysiert werden. Durch die Auswertung der Prozessdaten auf statistischer Grundlage können Verbesserungspotenziale aufgedeckt werden, welche mit den Lean Werkzeugen nicht erkannt werden. Die Frage, ob nun Six Sigma oder Lean effektiver ist, muss gar nicht gestellt werden. Am Ende des Tages zählt das Ergebnis des Verbesserungsprojektes, unabhängig der verwendeten Werkzeuge, sowie der Erfolg des gesamten Programms!

Für wen ist Lean Six Sigma sinnvoll?

Lean Six Sigma ist eine Methode, die vor allem in der Industrie angewandt wird, um dort Prozesse zu optimieren oder eine gesamtheitliche Verschlankung der Unternehmen zu erzeugen. Dabei werden durch Lean Six Sigma Fehler beseitig, Verschwendungen vermieden und Kosten eingespart. So ist Lean Six Sigma ein effizientes Konzept für Qualitätsmanagement.

Das richtige Training?

Für die Einführung des Lean Six Sigma wird jedoch geschultes und qualifiziertes Personal benötigt, die die Lean Six Sigma Konzeption verstanden und verinnerlicht haben. Dieses Verständnis wird in den Belt-Seminaren vermittelt. Dabei gibt es verschiedene Seminare, auch Trainings genannt, die die Methoden und Tools von Lean Six Sigma unterrichten. Die Trainings können hier gefunden werden.

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