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Die Rituale in SCRUM

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von Valentin Proepper

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22.11.2021

Die Rituale im SCRUM

Der Ablauf des Scrum Prozesses wird maßgeblich von fünf immer wiederkehrenden Ereignissen (Rituale) vorgegeben. Die Events wiederholen sich in einem regelmäßigen Rhythmus und sind in ihrer Dauer begrenzt. Somit bilden die Events auch den zeitlichen Rahmen für den Scrum Prozess.

Sprint

Der Sprint bildet das Herzstück des Scrum Prozesses. Alle weiteren Events finden während eines Sprints statt. Bei Scrum hat ein Sprint eine maximale Dauer von einem Monat, kann jedoch auch in einem kürzeren Zeitraum absolviert werden. Während eines Sprints arbeitet das Entwicklungsteam daran das, dass vorher definierten Sprint Ziel erreicht wird. Das Sprint Ziel beinhaltet immer die Auslieferung eines anwendbaren Produkt Inkrements. Sprints laufen so lange nacheinander ab, bis ein fertiges Produkt entstanden ist. Während eines Sprints dürfen die Entwickler keine Aufgaben außerhalb von Scrum auferlegt bekommen. Dafür hat der Scrum Master zu sorgen. Grundsätzlich kann jeder Sprint als ein eigenes kleines Projekt angesehen werden.

Sprint Planning Meeting

Jeder Sprint startet mit einem Sprint Planning Meeting, an dem das gesamte Scrum Team teilnimmt. Bei einem einmonatigen Sprint sollte das Sprint Planning nicht länger als acht Stunden gehen. In einem Sprint Planning Meeting besprechen der Product Owner und das Entwicklerteam, welche Funktionalitäten das in dem Sprint zu entwickelnde Produkt Inkrement aufweisen soll und welche konkreten Arbeitsschritte dafür notwendig sind. Folgende Fragen werden innerhalb eines Sprint Planning Meetings beantwortet:
  • Was wird in diesem Sprint entwickelt, erstellt und oder durchgeführt?
  • Wie werden die entsprechenden Aufgaben und Arbeiten erledigt?
Dafür erläutert der Product Owner zu Beginn eines Sprint Planning Meetings die zur Erreichung des Sprint Ziels im Product Backlog vorgesehen Anforderungen. In Absprache mit dem Scrum Master und dem Entwicklerteam werden die Anforderungen, die im bevorstehenden Sprint umgesetzt werden sollen, in das Sprint Backlog aufgenommen. Während des Sprint Plannings arbeitet das Entwicklerteam bereits an einem Umsetzungsplan für die Anforderungen aus dem Sprint Backlog. Dieser sollte bereits konkrete Arbeitsschritte enthalten und wird nach Fertigstellung in Absprache mit dem Product Owner und dem Scrum Maste dem Sprint Backlog hinzugefügt. Des Weiteren muss das Scrum Team gemeinsam festlegen, wann ein Inkrement als fertig und auslieferbar gilt. Die sogenannte „Definition of Done“ wird formuliert. Somit initiiert das Sprint Planning Meeting den Sprint und bildet gleichzeitig das Fundament für alle weiteren Ereignisse innerhalb des Sprints.

Sprint Review Meeting

Das vorletzte Ereignis eines Sprints bildet das Sprint Review Meeting. Bei einem einmonatigen Sprint sollte das Sprint Review maximal eine Dauer von vier Stunden betragen. Im Scrum Guide wird zu dem betont, dass der informelle Charakter des Sprint Review im Vordergrund steht. Es sollte vermieden werden das, dass Sprint Review ausschließlich zur Berichterstattung des Projektstatus genutzt wird. Vorab berichtet das Entwicklerteam über den Verlauf des vorangegangenen Sprints und präsentiert dem Product Owner die erreichten Ergebnisse. Dieser prüft daraufhin, ob das entwickelte Inkrement der Definition of Done entspricht. Ist das der Fall, lädt der Product Owner alle für das Produkt Inkrement relevanten Stakeholder zum Sprint Review Meeting ein. Das Entwicklerteam präsentiert nochmals die im vergangenen Sprint erreichten Ergebnisse. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse erarbeitet das Entwicklerteam gemeinsam mit den Stakeholdern die zukünftigen Entwicklungsschritte. Somit dient das Sprint Review als Vorbereitung für das bevorstehende Sprint Planning. Der Product Owner sorgt dafür, dass die Ergebnisse des Sprint Reviews in das Product Backlog einfließen in dem er Einträge aktualisiert, einfügt oder löscht. Die Hauptaufgabe des Scrum Master liegt in der Sicherstellung, dass alle Teilnehmer den Zweck eines Sprint Reviews verstehen. Außerdem ist er für die Organisation und Moderation verantwortlich. Er hat somit einen großen Einfluss auf den Erfolg eines Sprint Reviews. Die in dem Sprint Review Meeting erarbeiteten Ergebnisse fließen direkt in das darauffolgende Sprint Planning Meeting mit ein. Es folgen daraufhin so viele Sprints wie nötig, um das Produkt zu entwickeln und somit das Projekt abzuschließen.

Daily Scrum

Die Präsentation des täglichen Arbeitsfortschritts findet in sogenannten Daily Scrums statt. Dabei handelt es sich um tägliche Meetings mit einer vorgegebenen Dauer von maximal 15 Minuten, die vorzugsweise immer am selben Ort stattfinden. Der Scrum Master initiiert zwar die Daily Scrums, doch für die eigentliche Durchführung ist das Entwicklerteam verantwortlich. Innerhalb der Daily Scrums gibt jedes Teammitglied ein kurzes Update über seinen Arbeitsfortschritt, in dem die folgenden drei Fragen kurz beantwortet werden:
  • Was habe ich seit dem letzten Daily Scrum erreicht?
  • Was plane ich, bis zum nächsten Daily Scrum zu erreichen?
  • Was hindert mich bei der Bewältigung meiner Arbeiten?
Somit dienen Daily Scrums dazu, den Arbeitsfortschritt so transparent wir möglich zu gestalten, indem alle Mitglieder täglich auf den gleichen Stand gebracht werden. Zudem dient es dazu, Probleme und Hindernisse frühzeitig aufzudecken und zu lösen. Dabei erhält das Entwicklerteam Unterstützung vom Scrum Master. Des Weiteren ist es besonders wichtig, dass alle Teammitglieder stets das eigentliche Sprint Ziel vor Augen haben und überprüfen, ob die aktuelle Vorgehensweise noch zur Erreichung des Zieles führt.

Sprint Retrospective

Die Sprint Retrospektive bildet das letzte Event in Scrum und schließt den Sprint ab. In der Zeit zwischen dem Abschluss des Sprint Reviews und dem Beginn des Sprint Planning wird die Sprint Retrospektive abgehalten. Dabei ist die Dauer bei einem einmonatigen Sprint auf maximal drei Stunden festgelegt. An der Sprint Retrospektive nehmen alle Mitglieder des Scrum Teams teil. Der Scrum Master hält wie auch beim Sprint Review Meeting die Rolle eines Moderators inne. Während der Retrospektive bespricht das ganze Scrum Team, wie der vergangene Sprint verlaufen ist. Der Fokus liegt dabei klar auf der Zusammenarbeit aller beteiligten Personen in Bezug auf Kommunikation, Abläufe und Werkzeuge. Es soll aufgedeckt, werden was besonders gut und was besonders schlecht gelaufen ist. Dabei kann sich an folgenden Leitfragen orientiert werden:
  • Welche positiven und negativen Erfahrungen haben wir im vergangenen Sprint gemacht?
  • Was wollen wir verbessern?
  • Wie setzten wir diese Verbesserungen um?
Outcome der Sprint Retrospektive sind konkrete Verbesserungsmaßnahmen, die für den kommenden Sprint, sowie für zukünftige Scrum Projekte umgesetzt werden sollen. Somit wird ein kontinuierlicher Lernprozess unterstützt. Sie möchten mehr über unsere Seminare erfahren? Klicken Sie hier für weitere Informationen.

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